Messepodcast

Digitalisierung & Innovation · 17. September 2026
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Shownotes
Cyberangriffe, Sabotage kritischer Infrastruktur, geopolitische Spannungen und neue Anforderungen an die digitale Souveränität: Unternehmen stehen aktuell vor einer Sicherheitslage, die Führungskräfte vor ganz neue Herausforderungen stellt.
In dieser Folge des Messe-Podcasts zur Digitalen Woche Dortmund (diwodo) sprechen wir mit Lars Kroll, Gründer und Geschäftsführer der Kroll Strategieberatung GmbH, über Cyber-Resilienz und die Frage, wie sich Unternehmen auf eine zunehmend komplexe Bedrohungslage vorbereiten können.
Für Lars Kroll ist klar: Cybersecurity ist längst nicht mehr ausschließlich Aufgabe der IT-Abteilung. Unternehmen müssen Sicherheit strategisch betrachten und dabei Technologie, Organisation und Menschen zusammendenken.
Die Kroll Strategieberatung unterstützt unter anderem Konzerne, mittelständische Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen. Dabei geht es nicht nur um Sicherheitslösungen, sondern zunächst um Orientierung: Wo steht das Unternehmen? Welche Risiken bestehen? Welche Kompetenzen müssen intern aufgebaut werden? Und welche organisatorischen Strukturen sind notwendig, um langfristig resilient zu werden?
Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf kritischen Infrastrukturen. Energieversorgung, Wasser, medizinische Versorgung, Lebensmittel und andere Bereiche der Daseinsvorsorge sind besonders auf widerstandsfähige IT- und OT-Strukturen angewiesen. Gleichzeitig strahlen die steigenden Sicherheitsanforderungen auch auf Zulieferer und produzierende Unternehmen aus.
Dabei verändert sich auch die Haltung gegenüber Cyberangriffen. Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr ausschließlich, ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern wie gut es auf einen Angriff vorbereitet ist und wie schnell es anschließend wieder handlungsfähig wird.
Lars Kroll plädiert deshalb für einen vorausschauenden Ansatz: Unternehmen sollten nicht nur auf bereits eingetretene Ereignisse reagieren, sondern Risiken frühzeitig erkennen, Strategien entwickeln und die eigene Organisation entsprechend vorbereiten.
Auch regulatorische Anforderungen wie NIS2 oder der Cyber Resilience Act spielen dabei eine Rolle. Kroll empfiehlt, Regulierung nicht ausschließlich als zusätzliche Belastung zu betrachten, sondern sie auch als Anlass zu nutzen, Strukturen zu verbessern und das eigene Unternehmen widerstandsfähiger aufzustellen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Kroll Strategieberatung arbeitet herstellerunabhängig. Statt bestimmte Security-Produkte zu verkaufen, beginnt die Beratung mit einer Bestandsaufnahme, entwickelt daraus eine Roadmap und definiert Anforderungen für mögliche Dienstleister, Softwareanbieter oder Technologien.
Und trotz der ernsten Sicherheitslage bleibt Lars Kroll optimistisch: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen enorme Möglichkeiten. Entscheidend sei, Unternehmen so aufzustellen, dass sie neue Technologien sicher nutzen und die Zukunft aktiv gestalten können.